5. Juli 2020

Ahlhorner Fischteiche
Ein Spaziergang.

Das Pfingstfest liegt hinter mir. Und bevor der alltägliche Trott mich einholt, entscheide ich mich dazu, einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Die Ahlhorner Fischteiche sind mein Ziel. Ein ca. 465 ha großes Naturschutzgebiet in der Wildeshauser Geest.    

Die Ahlhorner Fischteiche liegen eine gute halbe Stunde von meinem Wohnort entfernt. Ich schnappe mir meine Kamera, ziehe mir meine schweren Stiefel an und fahre los. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite. Die Sonne scheint, der Himmel ist strahlend blau und es ist warm. Fast schon zu warm. Aber da es in diesem Naturschutzgebiet eine Vielzahl an Bäumen gibt, macht es mir nichts aus, denn mein Spaziergang wird mich zum größten Teil über schattige Wege führen.    

Die Ahlhorner Fischteiche

Ahlhorner Fischteiche

Eine wirklich faszinierende und vielfältige Landschaft, bietet die Wildeshauser Geest. Hier wechseln sich artenreiche Mischwälder und blühende Heidelandschaften ab. Überall durchziehen idyllische Flusstäler Wald und Wiesen. Und im Westen dieses 1.500 qkm großen Naturparks liegt das 465 ha große Naturschutzgebiet, dass als „Ahlhorner Fischteiche“ bezeichnet wird. 

Die Geschichte dieses Gebietes ist tatsächlich sehr interessant. So begann der oldenburgische Landeskulturfonds im Jahr 1898 damit, Flächen für den Bau einer Karpfenteichwirtschaft zu erwerben. Ziel war es, die Bevölkerung mit eiweißreicher Nahrung zu versorgen. Im Jahr 1906 folgte der erste Spatenstich, ausgeführt von Tagelöhnern aus der Umgebung. Diese hatten Anfang der 1930er Jahre, in Handarbeit, 54 Teiche erschaffen, deren gesamte Wasserfläche rund 200 ha betrug. Heute werden noch etwa 35 Teiche mit ca. 120 Hektar Wasserfläche genutzt. Ein über 15 Kilometer langes Grabensystem, welches durch den Fluss „Lethe“ gefüllt wird, versorgt die komplette Anlage mit Frischwasser.

Ungefähr ab 1870 wurde dann damit begonnen, das Gebiet großflächig aufzuforsten. Mittlerweile ist das Gebiet am Baumweg mit über 2.000 Hektar Fläche, einer der größten Wälder in Weser-Ems. Dieser, als auch die Teichwirtschaft in Ahlhorn gehören mittlerweile zu den Niedersächsischen Landesforsten.    

Ein Naturschutzgebiet.

Im Jahr 1993 wurden die Ahlhorner Fischteiche als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Etwas später kam der Schutz als europäisches Fauna-Flora-Habitat-Gebiet dazu. Seitdem profitieren Insekten, Amphibien und verschiedene Vögel von diesen Maßnahmen. So lassen sich am Rande der Gewässer z.B. Fischreiher, Eisvogel und auch Fischadler beobachten. Natürlich ziehen auch Gänse und Enten auf den Teichen immer wieder ihre Runden. Und in warmen Mai-Nächten gibt es an den Ahlhorner Fischteichen ein ausgiebiges und vielfältiges Froschkonzert, während sich viele verschiedene Molcharten an den flachen Teichen tummeln. 

Betreten verboten!

Rund um die Fischteiche gibt es zahlreiche, ausgewiesene Wanderwege, die leicht zu begehen und durchaus familienfreundlich sind. Nichts desto trotz handelt es sich um ein Naturschutzgebiet. Ein Gebiet, dass geschützt werden muss. Dementsprechend ist es Bereiche, deren betreten verboten ist. Aus guten Grund. Manchmal wachsen hier selten Pflanzen, die durch das Zertreten der Besucher zerstört werden könnten oder Tiere brauchen Rückzugsorte, an denen sie ungestört sein können. Gerade in der Brut- und Setzzeit ist dieses überaus wichtig. 

Eigentlich sollte es jedem verständlich sein, dass derartige Gebiete – die mit Hinweisschildern ausreichend versehen sind, nicht betreten werden sollten. Doch leider halten sich nicht immer alle Menschen daran, was ich persönlich überaus schade finde. Denn durch leichtsinniges und egoistisches Verhalten geschieht es oft, dass z.B. Vögel bei der Brut oder der Aufzucht ihres Nachwuchses gestört wird.

Generell gibt es bei einem Aufenthalt in einem Naturschutzgebiet folgende Regeln:

  • Berücksichtigt die lokalen Hinweise zum Schutz der Natur.
  • Nicht abseits der Wege gehen.
  • Bitte keinen Lärm machen.
  • Auf keinen Fall Müll liegen lassen.
  • Die Tiere bitte nicht füttern.
  • Falls es erlaubt ist, bitte nur auf den markierten Flächen zelten.
  • Auf keinen Fall offenes Feuer machen.
  • Bitte keine Pflanzen pflücken.
  • Bitte keine Pflanzen und Tiere aussiedeln.

Herrliche Landschaft, Stille und Ruhe.

Wenn man sich an diese Regeln hält und den Schutz der Natur im Auge behält, dann ist ein Spaziergang rund um die Ahlhorner Fischteiche ein perfekter Ausgleich zum stressigen Alltag. Hier lässt es sich erstklassig entspannen, denn Stille, Ruhe und Frieden laden zur Entschleunigung ein. Und auch von den Wanderwegen aus, lassen sich – wenn Interesse besteht – wunderbar Tiere beobachten. Natürlich lassen sich diese auch fotografieren. Ein paar Tipps zur Wildtierfotografie hatte ich ja an dieser Stelle schon einmal veröffentlicht. 

Ahlhorner Fischteiche

Ein paar Infos zu meiner Tour heute morgen:

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